Animat
„I guess I saw the world with eyes closed“. Diese Zeile aus dem Titeltrack von „Slowwalker“, der Debüt-EP des Indie-Folk-Trios animat, thematisiert das Erwachsenwerden und Hoffnung – sowie die Magie, welche beim gemeinsamen Musizieren entsteht. Der mehrstimmige Gesang der animat-Mitglieder Anna Meier, Tabea Niewerth und Milena Wagner macht die Songs auf „Slowwalker“ aus. Großartige Musik soll nicht auf sich selbst aufmerksam machen – oder auf die Menschen, die sie hervorgebracht haben –, sondern auf die Welt drumherum. Genau darum geht’s in dem Titeltrack: mit offenem Blick voranzuschreiten. Und nicht nur zu hoffen, sondern zu wissen, dass morgen ein neuer Tag ist. Ein guter Tag.
animat klingen nach Wärme und erzeugen sie auch: Die Akustikgitarren sind originell, dazu gibt’s verspielte Geigentupfer. Alles ist modern produziert und zeugt von Stilsicherheit; im Kern stehen die Melodien, die Stimmen. Indie-Folk-Songs wie das lebensbejahende Highlight „Fertilizer“, bei dessen Refrain schlichtweg die Sonne aufgeht, oder die melancholische Ballade „Blue“ sind hochpersönlich – doch Gemeinschaft wird bei animat großgeschrieben. Immer. „Plant a seed to grow“, heißt es im Opener „Cherry Blossom“. Und das macht die Band auf ihrer EP: die Samen für eine vielversprechende Karriere pflanzen.
Die drei Musikerinnen stellen sich ihren Unsicherheiten und verwandeln sie in Zuversicht. Einsamkeit war gestern, ab jetzt heißt es: Zusammen – mit animat.
Foto: © Nils Wagner
