credits David Schweikart credits David Schweikart

Annelu

Songwriterin Anne Luber ist im bayerischen Ohlstadt, am Fuße der Alpen, keine Stunde von der österreichischen Grenze aufgewachsen. Wie kommt es nur, dass jemand der im Schatten der Zugspitze (naja, zumindest wenn die Sonne günstig stand) groß geworden ist, jetzt auf einmal Songs schreibt, die so klingen, als hätten die skandinavischen Top of the Tops-Produzenten plötzlich wieder Spaß am Musizieren gefunden?

Als ANNELU macht sie bereits seit 2015 Musik, aber nie wirklich als Solo-Künstlerin: Nach Gesangsunterricht und anschließender Berufsfachschule für Musik in der Heimat geht es für die nächste Etappe von Bayern nach Köln, wo Anne an der Hochschule für Musik und Tanz studiert. In dem neuen Umfeld lernt sie likeminded artists kennen und beginnt mit ihnen die Arbeit an ihren eigenen Songs. Die klingen anfangs noch ganz anders als diese nach von Welt-klingenden Alt-Pop-Diamanten, die wir jetzt auf dem Debütalbum „sth. to feel“ hören dürfen.

„Als kleines Kind haben mich Alicia Keys, LeAnn Rimes oder der Coyote Ugly Soundtrack interessiert“, erzählt Anne, „dementsprechend klangen meine ersten Songs auch.“ Diese ersten Singles, die zwischen 2017 und 2018 erscheinen, sind Pop/R’n’B-lastig – Gute Songs, die Gehör, Airplay und bereits damals Spotify-Playlisten-Support erfahren, sich aber schon bald nicht mehr „richtig“ anfühlen. „Als wir uns vornahmen, an einem ersten Album zu arbeiten, war irgendwie klar, dass es ganz anders werden sollte. Wir hatten uns als Band gefunden, und auf der Bühne hat es einfach viel mehr Spaß gemacht, Full-Band Arrangements, anstatt Backingtracks zu spielen“, so Anne.

 

Daraufhin entstehen Songs, die mehr Indie-/Synth-Pop sind. Mehr echte Instrumente, mehr Dynamik. Doch schnell stößt Anne mit ihren Mitstreitern dabei an eine Grenze: Der bisherige Sound war einfach im Bedroom-Studio zu produzieren. Ein echtes Drumset im WG-Zimmer aufzunehmen hingegen wird schnell ein Ding der Unmöglichkeit (wenn man nicht die Kohle hat, sich immer spontan in ein sündhaft teures Studio einzumieten.) Die Schlussfolgerung: „Dann bauen wir uns einfach selbst ein Studio!“ Anne und einige Bandmitglieder kündigen ihre Wohnung (Irgendwo muss schließlich gespart werden), finden einen Spot für ihr Studio im Kölner Westen, bauen es in Eigenregie und wohnen erstmal auch dort. Zu Beginn der Albumaufnahmen gab es dort noch keine Gitarren-Aufnahme-Kabine, so dass Annes Schlafzimmer anfangs für die Aufnahmen herhalten musste, und sie manchmal um 9:00 Uhr morgens durchaus unsanft vom Gitarren-Soundcheck geweckt wurde.

ANNELU liefert mit „sth. to feel“ modernen Hochglanz-Indie-Synth-Pop, der gerade deshalb so strahlt, weil er halt unpoliert ist – Super echt, super real, super nah. Diese vertonten Achterbahnfahrten lassen einen sehnsüchtig zurück, und wenn das abschließende „can’t you see that you’re so beautiful to me“ ausfadet wünscht man sich eigentlich nur, dass das zweite Album von ANNELU nicht zu lange auf sich warten lässt.

 

next gigs:

10.09. beim „Indie Cologne Fest“ im Odonien, Köln

17.09. als Support für „Scotch & Water“ Theater die Wohngemeinschaft., Köln

 

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