Kerker
Kerker ist Internetcore. Die ganze Nacht auf den Bildschirm starren, bis die Tränen kommen. Im Moshpit eins auf die Nase kriegen und Sterne sehen. Morgengrauen im Club mit Liebeskummer im Bauch. Kerker ist, tausendmal darüber nachdenken, deine Gefühle zu gestehen. In den Himmel schauen und sich fragen, ob bald alles anders wird. Wachliegen und warten. Vorbeiziehende Farben.
Zwischen Hyperpop, New Wave und NNDW entwickelt Jonah Holzrichter (they/them), bekannt aus der Band Lyschko, einen eigenständigen Sound. In einer düster-modernen Klangwelt kreisen die Songs häufig um Themen wie Einsamkeit, Vergänglichkeit, Orientierungslosigkeit und Herzschmerz. Kerkers sprachlicher Zynismus wird dabei musikalisch in moderne Produktionen von Lukas Korn (Drangsal, Mia Morgan) gepackt.
Mit den EPs „blutrausch nordrhein-westfalen” (2024) und „Drama für den Plot” (2025) wird Kerker in Tastemaker-Medien wie Picky Magazin, Diffus, Kickdrum Magazin oder Pretty in Noise gehypt; gezielte Supports und Tourneen vergrößerten Kerkers Bekanntheit – auch über die Landesgrenzen hinaus.
Foto: © Jan Nelis Zomerdijk